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Die Bilder des erweiterten Projektteils Geschichten und Krieg entstehen mittels zwei verschiener künstlerischer Techniken. Ravi Tironi hörte die Geschichtenkollektion von Alan Alpenfelt und nutzte diese als Input für Bilder ganz unterschiedlichen Inhalts und Form. Ihm sind die Personen, zu denen die Geschichten gehören, jedoch nicht bekannt, es sei denn die Personen selbst entscheiden sich, sich ihm vorzustellen.

Der Künstler interpretiert seine Werke wie folgt:

Die erste Technik soll die gezwungene Abschiebung aus der Heimat vermitteln. Die Kohle, ist “Zeuge eines Ausschlusses”, Sie entsteht aus dem natürlichen Prozess der Verbrennung von Holz, und ist “überlebendes” Material des Feuers. Dieses Material kehrt in den Werken immer wieder und repräsentiert die Spur der Exilanten. Die Kohle ist wie durch eine Exlposion abgestossenes Material, das nun verteilt in seiner Form daliegt, wie Reste eines vom Regen verloschenen Feuers. Sobald das brennende Holzstück erlischt, verliert es auf einmal all seine Zughörigkeit zum Feuer und reduziert sich auf eine traurige und kalte Ablagerung der einstigen Wärme. Eben dies geschieht dem Menschen, wenn er vom Land angeschnitten wird, das ihn aufzog. Er wartet liegend, dass er wieder zu etwas werden kann. So tragen die Überlebenden Wunden, wie Bürden auf ihren Rücken, die Kreuzen gleichkommen.

Die zweite Technik ist aus Gibs, Kleber und farbigen Pigmenten. Das Bild verarbeitet Gefühle wie Nostalgie, Wut, Angst, Hoffnung, Dankbarkeit und andere menschliche Inhalte die sich in den Geschichten fanden. Die Transparenz der Farben soll auf eine Bewusstmachungsprozess der Flüchtenden hinweisen. Ihre zahlreichen noch offenen Narben finden sich in Kratzern auf der Leinwand wieder.

Die Ausstellung nimmt die Koppelung zwischen jedem Bild mit seiner dazugehörigen Geschichte, die in der Audioversion zu hören ist, vor. Es ist möglich die Geschichten im Sitzen und mit Blick auf das Bild zu hören. Der Effekt ist ein multimediales Erlebnis, das für jede Person anders ist, bedingt durch die Unterschiedlichkeit der Imagination jeder Person. Die Geschichte wirft bei jedem persönliche Bilder auf, die den abstrakten Formen der Kunstwerke eine konkrete Bedeutung geben.

Ravi preparazione Quadri 5

Ravi Tironi, 1978 in Cecina geboren, verlebt dort eine kreativen Kindheit. Nachdem seine Bewerbung an der Kunsthochschule Lugano abelehnt wird, setzt er stur seinen künstlerischen Weg als Autodidakt fort und veröffentlicht zehn Jahre später in der Nähe von Gibilterra seine erste Bilderserie, fast alle auf Holz im Austellungsraum Altjo. 2005 wendet er sich in Genf der Steinhauerei, Skulptur und Plastik zu. 2007 zieht er nach Carrara um diesen Beruf weiter zu vertiefen und absolviet das Berufsinstitut Pietro Tacca. Anschiessend fängt er an auf Grossleinwände zu zeichnen und seine Hintergründe nach alten Stil mit Gibs und Tafelleim selbst vorzubereiten, und dazu auch alte Bettücher zu verwenden, die er durch Zufall auf dem Dachboden fand. Seit 2009 experimentiert er mit verschiedenen Materialien, Techniken und Untergründen. Im März 2010 veröffentlichte er seine eigene Ausstellung, Opere recenti, im Kunstraum Circuscrizione.